Aus dem Bürgerbrief Blankenheim-Nettersheim 7. April: Letztes Konzert der Reihe Fridhill&Friends

Zum Abschied ein fulminantes Doppelkonzert im Naturzentrum

Trotz großem Publikumsanklang findet die Konzertreihe Fridhill&Friends mit der 7 Ausgabe ihr vorläufiges Ende - zumindest was den bisherigen Austragungsort, das Nettersheimer Naturzentrum angeht. Die Kosten für die aufwendige Organisation und Technik waren ohne öffentliche Unterstützung letztlich zu hoch. Damit geht bedauerlicherweise auch das regelmäßige musikalische Glanzlicht im Kulturbetrieb der Gemeinde verloren.

Statt eines Ende mit Schrecken wollte es die Band dann zum Abschluss aber noch mal richtig krachen lassen und hatte sich zu diesem Zweck erneut den Top-Gitarristen Adam Rafferty eingeladen. Der durfte als E-Gitarrist das zweite Set der Veranstaltung bereichern, weil er auch an der Aufnahme der aktuellen  Fridhill-CD „Every morning is a new song“ mitgewirkt hatte. 

Zu Beginn allerdings präsentierte sich Rafferty solo als humorvoller Entertainer und begnadeter Fingerstyle-Gitarrist. Bei dieser Spielweise wird aus der akustischen Gitarre geradezu ein fast vollständiges Orchester mit eigenständigen Basslinien unter filigranem Melodiespiel und taktgebendem Klopfen auf dem Korpus. Dazu glänzte Rafferty noch mit einer gekonnten lautmalerischen Vokalunterstützung und Kompositionen aus eigener Feder wie etwa dem in weltmeisterlicher Geschwindigkeit vorgetragenen „Stormwind“ oder dem jazzig-lässigen „Misty“ mit der coolen Walking Baseline.

Nach kurzer Pause enterten dann Pia Fridhill und ihre Mitstreiter die Bühne. Zusätzlich zu den bereits bekannten Ensemble-Mitgliedern, Gatte Jens Hoffmann (Akustik-Gitarre und Gesang), Stefan Michalke (Fender Rhodes) und Johanna Stein (Cello und Gesang) war diesmal auch noch der Schlagzeuger Jochen Fink aus Kall mit von
der Partie, der sich als Rhythmusgeber und Meister atmosphärischer Geräuschuntermalung profilierte. 

Die Reihenfolge der Stücke war vorgegeben durch die neue und insgesamt 5. CD, die gleich an beiden aufeinanderfolgenden Konzerten um 16 und 20 Uhr im Mittelpunkt stand. Viele der Stücke hatten Fridhill-Fans schon in den vorausgegangenen Konzerten in einer Vorabversion hören können. Überraschungen waren aber selbst hier zu bestaunen wie etwa in dem rockigen „Hot in July“, das Adam Rafferty mit einem E-Gitarren-Solo anreicherte. Auch die restlichen Stücke legen Zeugnis von Fridhills Anspruch ab, sich mit anspruchsvoller Musik „gegen musikalische Massentierhaltung“ aufzulehnen.

Das elegische „Autumn Love“, wie geschaffen für Johanna Steins Cello- Einsatz, oder auch das spritzige „Freedom feet“ der passionierten Feldenkrais-Lehrerin Fridhill und nicht zuletzt das schwül-jazzige „Insomnia madness“ aus der Feder des Pianisten Stefan Michalke“; eine überaus unterhaltsame Melange aus unterschiedlichen Stilrichtungen.

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